Joseph der Mensch

 

Mit dem Ziel, Smiths Leben auf eine Weise zu erzählen, die den HLT-Kirchenführern „behaglich“ wäre, scheint die historische Genauigkeit eine geringe Rolle gespielt zu haben. Der Film war dafür geplant, ein „glaubensförderndes“ Erlebnis zu sein, nicht eine ausgewogene Betrachtung über Smith „als ein Mensch“. Die offizielle HLT-Website liefert folgende Beschreibung zum Film:

 

Der Film schildert Ereignisse im Leben Joseph Smiths von seiner frühen Jugend in Vermont an bis zu seinem Märtyrertod in Illinois im Alter von 38. Er erzählt Josephs suche nach der Wahrheit als junger Knabe, eine Suche, die göttliche Offenbarung zum Ergebnis hatte, die sein Leben auf einen Weg des Dienens und Aufopferns bei der Wiederherstellung der Kirche Jesu Christi führte. Durch Schauplätze seines wechselnden Wirkens zwischen Familie und frühen Kirchenmitgliedern und anderen, werden die Betrachter die persönlichen und öffentlichen Seiten von Josephs fürsorglichem Wesen und des prophetischen Führertums sehen. (http://www.lds.org/newsroom/showrelease/0,15503,4028-1-22488,00.html)

 

Genau in der Schilderung von Smiths „persönlicher“ Seite wird es offensichtlich, dass dies streng genommen ein Propagandastück ist. Smiths Verstrickungen in Magie, Jähzorn, Lügen und Manipulation seiner Anhänger werden gewollt übersehen.

Der Film wurde, wie die meisten HLT-Projekte, wunderschön gedreht und gut gespielt. Dies war aber kein realistisches Porträt, weder vom Beginn des Mormonismus noch von Smiths relativ kurzem Leben. Ein Mormonen-Blogger schrieb:

 

Joseph Smith: Prophet der Wiederherstellung ist buchstäblich ein Streifen von einer Stunde Länge von Figuren und geschilderten Ereignissen. Der ganze Film ist eine Montage. Wir sehen viele Hauptereignisse aus seinem Leben neben verschiedenen Stückchen von Mutwillen, Predigen und Prophezeiung. Wir sehen ihn eingekerkert in Richmond, eingekerkert in Liberty und eingekerkert in Carthage, obwohl wir nie eine Vorstellung davon bekommen: weshalb. Er heilt die Kranken, er tadelt die Bösen, er beerdigt seine Kinder, er wird von allen geliebt. Schottische Dudelsäcke spielen eine Melodie, die später seinen Namen preisen wird.

Die Verschwommenheit von Bildern und Klängen sagt uns nicht mehr als eine salvenartige Punkteauflistung über Tatsachen aus Josephs Leben, aber der Zweck ist, uns von einer Tatsache zu überzeugen, die nicht empirisch nachweisbar ist – nämlich, dass er tatsächlich ein Prophet ist. Es ist ein Kunstwerk, das dazu berechnet wurde, uns den Geist spüren zu lassen.

Ist das eine gute Sache? Ich denke, ja. Meistens. Meine einzige Sorge ist das Publikum, das auf den Film reagieren wird. Die westliche Welt ist zunehmend zynisch und skeptisch. Und ich habe das Gefühl, dass viele potentielle Untersucher von dem Menschen beeindruckt, aber von der Botschaft unbewegt sein werden. (http://motleyvision.blogspot.com/2006/01/review-joseph-smith-prophet-of.html)

 

Ein anderer Mormone bemerkte:

 

Es wurde nicht viel Zeit auf die Zwietracht in der Kirche, die finanziellen Probleme in Kirtland oder auf das Zionslager verwendet. Die Vielehe wird überhaupt nicht erwähnt. Und das ist in Ordnung. Mir scheint, dass die überwiegenden Zuschauer aus der allgemeinen Bevölkerung der Kirche und aus interessierten Außenseitern stammen. Ich denke nicht, dass er wirklich für Leute gemacht wurde, die nichts über das Leben des Propheten wissen, und ich denke, dass er zum Aufbau und zur Stärkung der Zeugnisse derjenigen gemacht wurde, die ihn gesehen haben. (http://www.lavalane.org/ponderit/2006/01/joseph-smith-prophet-of-restoration.html)

 

Dieser Mormone hat es ziemlich gut zusammengefasst. Der Film ist dazu gedacht, Gläubige zu stärken, Mitgliedern ein positives emotionales Erlebnis zu geben, dass sie hoffentlich durch jede Periode des Zweifelns bringen wird. In solch einem Porträt von Smith ist die rauere Seite verdächtigerweise nicht vorhanden.

 
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Joseph Smith war der Gründer der als "Mormonen" bekannten Glaubensgemeinschaft "Kirche Jesu der Heiligen der Letzten Tage".
Neuer Spielfilm über Joseph Smith:
Ein Geschichtsbericht oder Propaganda?

Hier wird an Hand dieses Films noch einmal die Tendenz der HLT-Kirche aufgezeigt, die Kirchengeschichte weiß zu waschen.
Joseph Smith

Dies ist Kapitel 19 aus dem Buch "Mormonism - Shadow or Reality?" von Jerald und Sandra Tanner mit sehr ausführlicher Information über den Kirchengründer Joseph Smith.
Joseph Smith und Geldgräberei

Dieses Kapitel 4 aus "Mormonism - Shadow or Reality?" bringt eine Menge Dokumentation über Joseph Smiths Aktivitäten in seiner Jugend und bevor er die Kirche gründete, als er sich mit Wünschelrute und Sehersteinen für die Schatzsuche einsetzte. Der Jupitertalsiman, den man bei Joseph Smiths Leiche fand, beweist, dass er bis zum Ende an magische Dinge glaubte.
"Joseph Smith und Drogen". Dieser Artikel zeigt recht deutlich, dass die visionären Erlebnisse in der frühen HLT-Kirche auf die Verabreichung von Drogen zurückzuführen sind.

Zwei aufschlussreiche Videoclips, bzw. die illustrierte Übersetzung dazu.
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